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Cornelia Hartel

Psychologische Beratung, Systemische Aufstellungen,

Supervision und Coaching

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Informationen zur Aufstellungsarbeit nach Bert Hellinger

Was ist das Besondere an der Aufstellungsarbeit?

Bei einer Aufstellung stellt eine Person das innere Bild ihrer Familie (ihres Teams, ihrer Organisation) mit Hilfe von anderen Personen auf. Sie sucht zum Beispiel beim Familien-Stellen aus der Gruppe Stellvertreter (Repräsentanten) für sich und andere Familienmitglieder und stellt sie gesammelt, ohne zu sprechen, in Beziehung zueinander auf.

Die Aufgestellten spüren körperlich die Wirkungen des Platzes im System, an dem sie stehen: als Schauer, Schweißausbruch, Druck. Sie fühlen Nähe, Ärger, tiefe Trauer, ohne daß sie die Personen kennen, für die sie stehen. Sie zeigen manchmal, ohne es zu wissen, auch Krankheitssymptome von Familienmitgliedern, verwenden typische Sätze usw. Dieses Phänomen wird als "repräsentierende Wahrnehmung" bezeichnet.

In Aufstellungen kommen Spannungen, Verstrickungen, unterdrückte Gefühle und auch Tabus "ans Licht." Die Repräsentanten äußern sich offen, sprechen sie aus, signalisieren sie durch Körperhaltung, Blickrichtung usw. Um dieses anfangs irritierende und überraschende Phänomen nachvollziehen zu können, ist es empfehlenswert, die Aufstellungsarbeit selbst zu beobachten und teilnehmend zu erfahren.

Nach der Befragung der aufgestellten Personen stellt der Aufsteller/die Aufstellerin die Stellvertreter um. Die Umstellungen haben das Ziel, für die Beteiligten eine Konstellation zu finden , in der möglichst alle Familienmitglieder, besonders aber der Aufstellende, einen gemäßen, kraftvollen und freien Platz einnehmen. Der Aufstellungsleiter folgt bei den Umstellungen zwar bestimmten Prinzipien, läßt sich aber andererseits von den Rückmeldungen der Stellvertreter leiten. Erst die Wirkung auf die Aufgestellten entscheidet, ob die Veränderungen fruchtbar sind. Das Lösungsbild, in dem der Aufstellende oft am Ende seinen Platz einnimmt, um es als gutes neues Bild integrieren zu können, ist also ein gemeinsames Werk.

Oft werden in der Familie Abgewertete und Ausgeklammerte in das Bild einbezogen und ihre Zugehörigkeit bestätigt. Das schwere Schicksal von Familienangehörigen wird (z.B. früh Gestorbenen, Gefallenen, im Kindbett gestorbenen Müttern, Angehörigen, die Suizid begangen haben) gewürdigt und es bei ihnen gelassen. Ebenso wird Schuld (z.B. für in der Nazizeit begangene Taten) den Vorfahren zugemutet und bei ihnen belassen.

Eine andere Form der sogenannten Prozeßarbeit ist das symbolische Geben und Nehmen über Blickkontakt, eine weitere Form ist das stärkende Erfahren der Generationenkette. So stellt sich zum Beispiel die Repräsentantin der Mutter hinter ihre Tochter und hält sie, dahinter stellt sich die Großmutter auf und so weiter. Die Tochter nimmt dann die Kraft der weiblichen Linie in sich auf.

Ritualhaft gesprochene Sätze haben die Aufgabe, Verstrickungen zu lösen  oder auch das Gegebene anzuerkennen: "Du gehörst dazu" kann ein lösender Satz zu einem ausgeschlossenen Familienmitglied sein; "ich nehme von Dir" der Satz eines Kindes zu einem Elternteil". Mit "Ich trage die Folgen und Du bist frei" wird beispielsweise symbolisch die Verantwortung für Fehler übernommen.

Die Erfahrungen mit Aufstellungen und ihren Wirkungen haben gezeigt, daß solche Prozesse sich dem direkten logischen Erfassen entziehen. Mit der Seele erfassen Menschen eine andere Wirklichkeit als mit Denkprozessen.

Worum geht es in Aufstellungen?

Inhalte der Familienaufstellungen sind existentielle Vorgänge im menschlichen Leben: Zugehörigkeit, Ausgeklammertsein, Bindung und Lösung, abgewertete und ausgeschlossene Personen in der Familie, der Umgang mit schweren Schicksalsschlägen usw. In anderen Formen wie den systemischen Strukturaufstellungen von Insa Sparrer und Matthias Varga von Kibéd werden Aufstellungen genutzt zur Entscheidungsfindung, zur Lösung von Problemen usw.

Familien stellen und andere systemische Aufstellungsarten haben das Wiederfinden des Ausgeschlossenen zum Thema, schreibt Insa Sparrer: "Ausgeschlossene, tabuisierte oder vergessene Familienmitglieder bzw. Systemteile bei abstrakten Aufstellungen werden zum von den Klientin aufgestellten System hinzugefügt. Heilung bedeutet hier das Wieder-Ganz-Werden, das Wiederfinden der Verflechtungen, der vollständigeren Beziehungsstruktur."

Krankheiten können beispielsweise mitbedingt und aufrechterhalten werden durch Verstrickungen und sogenannte Schicksalsbindungen. Entsprechende Dynamiken, die in Aufstellungen zu Tage treten, sind die Identifizierung mit einem toten Familienmitglied ("Ich folge Dir nach"), die Übernahme von Schuld, Leid und Verstrickung eines anderen Familienmitgliedes ("Lieber ich als Du...") oder die Loyalität im Leid ("Mir darf es nicht besser gehen als Dir").

Was sind Lösungen in Aufstellungen?

In Aufstellungen wird nach unterstützenden Kräften in den Familien- und anderen Systemen gesucht. "Die Liebe wirkt, wenn sie ans Licht kommt", lautet ein wichtiger Satz Bert Hellingers. Spannungen, Konflikte, Verstrickungen können sich lösen, wenn sie aufgedeckt und offen ausgesprochen werden.

Die wichtigsten Rückmeldung über die Wirksamkeit des Vorgehens erhält man sofort bei der Aufstellung. Im Blick, in der Stimmung, im Gefühl und in der Kraft der Repräsentant/innen ist Veränderung sicht- und spürbar.

Aufstellungen bringen die derzeitige Dynamik ans Licht. Sie sind keine Handlungsanweisungen, es geht nicht um die exakte Umsetzung des Bildes. Hier liegt eine Quelle von Mißverständnisse der Aufstellungsarbeit. Aussagen im Kontext der Aufstellungen sind bewirkend und nicht beschreibend, wertend zu verstehen. Die Deutung wird der Verantwortung der Klienten überlassen. Dazu ein Beispiel von Dr. Gunthard Weber: "In einer Aufstellung kam heraus, daß sich das Paar trennen würde, und ich habe dem Paar gesagt: “Ihr trennt Euch! Ein Jahr später bekam ich Post: Die beiden waren glücklich zusammen."

Bert Hellinger sagt zur Wirkung von Aufstellungen: "Die Seele hat eine neue Kraft, eine neue Orientierung. Und sie hat eine neue Freiheit, die vorher nicht da war. Jetzt kann sie wirklich entscheiden."

Zum Begriff der Ordnung

Bert Hellinger verwendet Begriffe wie Ordnung zur Beschreibung der Familiendynamiken. Er nennt diese Ordnungen Bedingungen für das Gelingen von Beziehungen, ohne daraus unveränderbare Gesetzmäßigkeiten zu machen. Bert Hellinger betont immer wieder, daß er keine "Lehre" geschaffen habe und verweist auf sein phänomenologisches Vorgehen: :"Was ich nun in diesem Augenblick wahrnehme, das sage ich auch. Manche meinen dann, das sei eine allgemeine Aussage oder eine allgemeine Wahrheit. Das ist es eben nicht. Es ist eine Wahrnehmung von etwas, das im Augenblick so ans Licht kommt. Sie gilt für diesen Augenblick und ist in diesem Augenblick völlig einsichtig."

Inzwischen sind in der Literatur über die Aufstellungsarbeit Grundannahmen oder Prinzipien beschrieben werden, die auf der Beobachtung ähnlicher Dynamiken in vielen Aufstellungen beruhen. Eine davon ist das Prinzip der "Gleichwertigkeit der Zugehörigkeit" aller Mitglieder eines Systems. Die Zugehörigkeit zur Familie ist für jeden Menschen unabdingbar. Familiäre Verstrickungen entstehen, wenn eine Person aus dem System ausgeschlossen, abgewertet, nicht gewürdigt wird. Dann identifizieren sich Spätere oft unbewußt mit den nicht Gewürdigten, ahmen sie nach, oft verschlüsselt in Symptomen.

In den Aufstellungen zeigt sich auch eine starke Bindung zwischen Kindern und Eltern, unabhängig vom derzeitigen Kontakt und den gegenseitigen Gefühlen. Anscheinend genügen die biologische Mutter- und Vaterschaft, damit diese Bindungsliebe entsteht.

Eine drittes Prinzip ist der Ausgleich zwischen Geben und Nehmen in Beziehungen. In der Beziehung zwischen Eltern und Kindern hat dies eine besondere Ausprägung: Eltern geben und die Kinder nehmen. Die Kinder nehmen ihre Eltern als Eltern. Mit dem Satz "Ich gebe Dir die Ehre" anerkennt ein Kind dies beispielsweise. Durch die Eltern hat das Kind sein Leben bekommen, unabhängig von ihren sonstigen menschlichen Eigenschaften.

Zum Begriff der "repräsentierenden Wahrnehmung"

Für das Phänomen, daß die Stellvertreter in Familienaufstellungen Zugang zu den Beziehungen, Empfindungen und Gefühlen des jeweiligen Familienmitgliedes haben, wurde der Begriff der "repräsentierenden Wahrnehmung" gewählt. Derzeit gibt es dafür noch keine hinreichend belegten Erklärungen für das Phänomen. Allerdings haben Versuche gezeigt, daß die Wahrnehmung vom System bestimmt wird und personenunabhängig ist. Tauscht man Repräsentanten in einer Aufstellung aus, haben alle Personen an einem bestimmten Platz ähnliche Wahrnehmungen.

Durch die besondere Wahrnehmungsform werden Menschen selbst zu "Organen eines anderen Systems", diese Fähigkeit steht ihnen als Teil einer Gruppe zur Verfügung wird durch das energetische Feld der Aufstellung noch pointiert.

Der Psychotherapeut und Familienaufsteller Dr. Albrecht Mahr hat das Energiefeld in einer Aufstellung als "wissendes Feld" bezeichnet, in dem auch die "Die Weisheit der guten Lösungen liegt."

Ein Erklärungsversuch des Kraftfeldes von Aufstellungen ist der Begriff der "morphischen Felder" des englischen Biologen Rupert Sheldrake. Demnach ist die gesamte Natur: Teilchen, Lebewesen, Systeme wie Familien bis hin zu Planeten durch Felder organisiert. Im Einflußbereich dieser Felder wird die zugehörige Energie in jeweils spezifischer Weise gebunden und gestaltet. Sheldrake schreibt morphischen Feldern zwei Kennzeichen zu: ein Gedächtnis ihrer Geschichte und die Fähigkeit, mit anderen Feldern in Resonanz zu treten, zu lernen und sich zu entwickeln. Auf das Feld der Aufstellung übertragen heißt das: Das gesamte Wissen über die Geschichte einer Familie ist im Feld enthalten und Menschen können mit diesem Wissen durch Resonanz in Verbindung treten.

Was ist systemisch an der Aufstellungsarbeit?

Wie bei anderer systemischer Arbeit auch, werden bei Aufstellungen nicht isolierte Personen mit ihren Eigenschaften betrachtet, sondern die Interaktionen im System, die Wechselbeziehungen der Personen, die zusammen ein System bilden. Eine wichtige Frage in Aufstellungen ist etwa: "Wer ist mit wem in Beziehung?"

Zur systemischen Arbeitsweise bei Aufstellungen gehört auch das Fragen (meist nach Veränderungen). Die Therapeutinnen und Therapeuten geben keine Antworten vor, müssen sich mit ihrer Meinung, ihrer Theorie zurückhalten und mit dem gehen, was sich in Aufstellungen zeigt.

Zusammenhänge in Aufstellungen sind als Sinnzusammenhänge zu verstehen und nicht als lineares Ursache-Wirkungs-Verhältnis. Sie prognostizieren deshalb auch keine Folgen im Sinne von: "Wenn Du das machst, geschieht das..."

Wo findet die Aufstellungsarbeit Anwendung?

Die Aufstellungsarbeit ist in der Regel ein Gruppenverfahren, sie wird aber auch in der Einzeltherapie genutzt (anstelle von Personen mit Figuren bzw. Gegenständen). Sie ist mittlerweile über das Familienstellen hinaus, weit verbreitet und wird beispielsweise angewandt

  • in der Psychotherapie bei Problemen von Einzelpersonen, Paaren und Familien,
  • bei körperlichen Erkrankungen (z.B.: Krebs) sowie in psychosomatischen, psychiatrischen und Suchtkliniken,
  • in Kinderheimen (Familien von verhaltensauffälligen Kindern),
  • bei Adoptionen, Pflegefamilien
  • im juristischen Bereich in der Mediation, in Zusammenhang mit Sorgerechtsprozessen, in der Arbeit mit Strafgefangenen (Täter-Opfer-Problematik),
  • zur Aufarbeitung der Folgen von Krieg, Verfolgung und Nazizeit,
  • in Schulen, um mit Schülerinnen und Schülern Konflikte zu klären,
  • als Organisationsaufstellungen zur Lösung von Konflikten in Teams, Bereichen und Organisationen,
  • zur Lösung von Entscheidungssituationen und Problemen,
  • als Drehbuchaufstellungen mit Autoren
  • und in der Kombination mit anderen psychotherapeutischen Methoden wie der systemischen Familientherapie, der lösungsfokussierten Kurztherapie, der Körpertherapie und dem NLP.

Die  Weiterentwicklung des Familienstellens, die Bewegungen der Seele und die Bewegungen des Geistes beschreibt Bert Hellinger wunderbar auf seiner Homepage.

http://www.hellinger.com/

In meiner langjährigen Erfahrung mit Klienten, die mit den unterschiedlichsten Anliegen zu mir kommen, hat sich die Arbeit von sich aus weiter entwickelt! Als Begleiterin folge ich dem, was sich offenbart und vertraue den Impulsen, die sich ergeben.

Die phänomenologische Vorhgehnsweise kann man nur mit Ehrfurcht machen, denn hier werden wir mitgenommen in Bereiche, die für den Verstand kaum fassbar sind und die uns für unser Leben soviele neue Erkenntnise liefern, die uns weiterbringen auf unserem Weg.

Hier einige Aussagen meiner Klienten

       Cornelia Hartel - Psychologische  Beratung - Seminare - Supervision - Coaching - Systemische Aufstellungen                     Ostfleth 14 -  21614 Buxtehude - Tel. 0170/ 96 28 501 - eMail: info@cornelia-hartel.de